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Geschichten eines Medieninformatikers

Media Center mit dem Raspberry Pi (Update)

Media Center in aktion

Der alte Videorekorder hat schon lange ausgedient und nicht jeder hat ein Smart-TV mit Internet-Anschluss zu Hause. Daher will ich in diesem Tutorial zeigen, wie man für gerade mal 60€ einen Raspberry Pi in ein Media-Center verwandelt.

Mit dem Raspberry Pi ein Media-Center aufzusetzen, ist nicht wirklich schwer. Allerdings gilt es vor dem Kauf der Komponenten ein paar Dinge zu beachten. In diesem Tutorial gehe ich auf das aktuelle Model Raspberry PI 2 ein. Dieses Tutorial funktioniert auch problemlos mit dem älteren Model B, jedoch wird hier keine MicroSD Karte benötigt, sondern eine normal große SD Karte. Außerdem kann ich nicht dafür garantieren, dass dieses Tutorial auch mit dem ursprünglichen Model A funktioniert. Aber genug um den heißen Brei herum geredet. Diese Komponenten braucht ihr:

Habt ihr alles zusammen und ausgepackt folgt jetzt die Wahl des Betriebssystems.

Welches Betriessystem ist das richtige?

Es gibt für den Raspberry Pi insgesamt 3 nennenswerte Betriebssysteme, die das Media-Center Kodi (früher XBMC) nutzen und die euch kostenlos zur Verfügung stehen. Ich habe alle 3 ausprobiert und will euch kurz die Stärken und Schwächen erklären:

Raspbmc

Raspbmc basiert auf Debian Wheezy und ist demnach eine vollwertige Linux Distribution. Das heißt ihr könnt auch weitere Software, wie z.B. Webserver und andere Dinge im Hintergrund laufen lassen. Der große Nachteil an Raspbmc ist, dass es gerne mal ruckelt oder auch mal aussetzer hat. Schnell und flüssig ist anders. Ich empfehle es daher nicht

OpenELEC

OpenELEC ist eine der am meist genutzten Systeme für den Raspberry Pi. Es basiert ebenfalls auf Linux, bringt aber nur das aller nötigste mit um so sehr schnell und performant arbeiten zu können. OpenELEC ist ideal, wenn ihr nichts von dem System wissen wollt, auf dem es arbeitet und ihr nur einfach eure Filme genießen wollt. Das ist aber auch gleichzeitig der Nachteil, denn das Basis-System ist nicht mit zusätzlicher Software erweiterbar. Das heißt ihr könnt z.B. keinen Webserver auf dem System betreiben. Wenn ihr das aber auch nicht wollt, seid ihr hier richtig.

XBian

Xbian ist, wie der Name schon andeutet, ebenfalls ein auf Debian basierendes System. Doch hier wurden die Kinderkrankheiten inzwischen sehr erfolgreich beseitigt, sodass es stabil und recht performant arbeitet. Wesentlich besser als Raspbmc, jedoch nicht ganz so extrem wie OpenELEC. XBian schlägt die Brücke zwischen den beiden ersten Systeme. Und solltet ihr mehr mit eurem Pi vorhaben, so kann ich euch Xbian wärmstens empfehlen.

Da ich noch ein 2. Tutorial plane, in dem ich zeige wie man zusätzliche Software auf dem Pi installiert (um ihn in eine Download-Maschine zu verwandeln), werde ich dieses Tutorial mit Xbian weiter führen. Solltet ihr euch für eines der anderen Systeme entschieden haben, so nutzt einfach die Installations-Anleitungen die ihr auf den Webseiten der jeweiligen Systeme findet.

Xbian installieren

Die Installation von Xbian ist ziemlich einfach. Die SD-Karte in einen Kartenleser einlegen, den Kartenleser mit dem Rechner verbinden.
Dann den Xbian Installer hier runterladen, entpacken und als Administrator ausführen.

Xbian Installer - Windows

Unter 1. wählt ihr XBian 1.0 RC 3 Raspberry Pi und unter 2. wählt ihr die SD-Karte aus. Dann nur noch "Install" klicken.
Der Installer läd dann automatisch das Image herunter und schreibt es auf eure SD Karte. Aber Achtung: Das installieren löscht ALLE Dateien auf der SD-Karte.

Danach müsst ihr die SD-Karte in den Raspberry Pi einlegen, euren Raspberry Pi über ein LAN Kabel an euer Netzwerk anschließen oder den WLAN Stick in einen der USB Ports stecken, das HDMI-Kabel mit dem Fernseher verbinden und den Raspberry Pi an der Strom anschließen. Bitte beachtet, dass der Raspberry Pi keinen Stromschalter hat. Das heißt sobald er am Strom hängt bootet er. Daher immer zu erst alles anschließen und als letztes den Pi an den Strom anschließen.

Falls ihr einen neueren Fernseher habt, solltet ihr in der Lage sein, den Pi direkt über die Fernbedienung zu steuern, denn die Signale der Fernbedienung werden über das HDMI Kabel (dank CNC) direkt an den Pi geleitet. Falls es bei euch nicht funktioniert, empfehle ich für die erste Einrichtung eine Tastatur anzuschließen. Eine Maus könnt ihr auch anschließen, braucht ihr aber nicht zwangsläufig.

XBMC bzw Kodi über das Smartphone steuern

Android

Für Android Smartphones und Tablets, empfehle ich die App Yatse.
Yatse, ist kostenlos und findet eurer XBMC automatisch im Netzwerk. Es gibt für Yatse auch kostenpflichtige Zusatzmodule, mit denen ihr z.B. YouTube Videos auf dem Smarphone raussuchen und dann direkt auf XBMC abspielen könnt.

iOS

Für iOS empfehle ich xbmcRemote. Sie läuft sowohl auf dem iPad als auch auf dem iPhone und lässt sich sehr intuitiv bedienen. Sie bietet einen ähnlich großen Funktionsumpfang wie Yatse für Android.

Hat euch dieses Tutorial weiter geholfen? Habt ihr Probleme oder funktioniert etwas nicht so wie beschrieben? Dann lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Viel Spaß beim ausprobieren

 

Update: Ich habe die Komponeten-Liste auf den neuesten Stand gebracht und den Raspberry Pi 2 verlinkt.

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