Piraten

Bestimmte Rechte vorbehalten von Olivier Bruchez

In den USA wird bald über ein Gesetz entschieden, dass sicher jeder interessierte Internetnutzer inzwischen kennt: SOPA. Durch dieses Gesetz will die sog. Content-Industrie Internet-Seiten einen Riegel vorschieben die illegal “Premium-Inhalte” anbieten. Dass dieses Gesetz viel zu weit gefasst und eigentlich auch nicht gebraucht wird, zeigt der aktuelle Fall von MegaUpload. Das ist auch der Content-Industrie klar und es geht auch gar nicht darum Seiten wie MegaUpload zu schließen. Es geht um Macht und Kontrolle. Das Internet zu kontrollieren. Früher, bevor es das Internet gab, hatten die großen Medien-Konzerne absolut eine Daseinsberechtigung. Sie finanzierten den ganzen Marketing und Vertriebs-Apparat, den ein großer Künstler brauchte um seine CDs zu verkaufen. Die Künstler lebten von den Konzernen und die Konzerne lebten von den Künstlern.

Doch dann kam das Internet.

Durch das Internet könnten bekannte Künstler, ohne die Industrie, sehr günstig die Werbetrommel rühren und sich selbst vermarkten. Die etablierten Musiker verdienen das meiste Geld gar nicht über den Verkauf ihrer Songs sondern durch Konzerte und Fanartikel. Und wenn man gut ist braucht man, dank des freien Internets, gar keine Industrie. Gute Sänger verbreiten sich viral über YouTube und Facebook. Ich wette jeder von uns hat mal ein Video geliket oder verschickt von einem Sänger oder einer Band, die er gut findet. Das schmeckte der Industrie jedoch gar nicht und so brauchte man einen Sündenbock. Die Künstler selbst konnte man schlecht zur Verantwortung ziehen, denn die Industrie ist auf sie angewiesen. Also musste eine andere Gruppe herhalten: Die sog. Raubkopierer. Doch die Industrie musste sich auch nach alternativen Einnahmequellen umsehen und so wurden die Casting-Shows geboren. Und mit ihnen kam der Qualitätsverlust der Musik. Wenn man sich einmal anschaut welche Qualität Musik heute und vor sagen wir 10 Jahren hatte, dann ist es für mich so gar nicht verwunderlich wieso der Industrie die Umsätze weg brechen. Die Qualität hat rapide abgenommen. Sehen wir uns doch mal bloß DSDS an. Die hauen jedes Jahr einen sog. “Superstar” raus, der max. 1 Album rausbringt (an dem er noch nicht mal selbst mitgeschrieben hat) und anschließend wieder in der Versenkung verschwindet. Mal im Ernst: Wer gibt denn für so einen sch… Geld aus?

Bei den Filmen sieht es ähnlich aus… auch hier gibt es zu Hauf alternative Geschäftsmodelle. Und auch hier will ich euch ein Beispiel geben: Werbung bzw Produktplatzierungen… Was meint ihr wieso James Bond einen BMW fährt? Oder Tom Cruise in M:I 4 ein iPad nutzt. Diese “Schleichwerbung” ist und war schon immer eine der Hauptgeldquellen.
Selbst wenn man davon absieht brechen gute und innovative Filme wie Avatar alle Rekorde. Selbst in Zeiten von Rapdishare und Megaupload. Schlechte Filme fallen durchs Raster… Das war schon immer so und wird auch immer so sein.

Ein weiterer Punkt der mich an dieser Diskussion zornig macht ist die Tatsache, dass die Content-Industrie davon ausgeht, dass jeder der ein Album oder einen Film runterläd, dieses/diesen auch gekauft hätte. Und das ist der Fehler.
Dank der Gema konnte man die ganze Zeit z.B. auf Amazon nur max. ich glaub 30 sek eines Musikstücks verhören. Aber durch solch einen Ausschnitt bekommt man nicht wirklich ein Gefühl für einen Song oder ein Album. Also läd man sich das Album z.B. bei Rapidshare um es einfach mal komplett “vorzuhören”. Findet man es Mist, löscht man es wieder. In diesem Fall hätte man das Album also gar nicht gekauft, oder man hätte es nach dem “vorhören” wieder in den Laden gebracht. Umtauschrecht bei MP3s gibts leider nicht. Was also tun wenn einem das Album/Musikstück nach dem Kauf gar nicht gefällt? Dann hat man das Geld auf gut Deutsch in die Tonne gekloppt. Dann auf “kostenlose” Ressourcen zurück zu greifen ist da einfach sicherer.
Schaut man sich außerdem die ganzen Musikshops an, so gibt es immer noch sehr viele die auf sog. DRM setzen. Und ich verstehe den Kunden der kommt und sagt: Wieso soll ich 12€ für ein “digitales” Album ausgeben das ich dann noch nicht mal auf meinen MP3-Player packen kann, da der kein WMA mit DRM lesen kann bzw ich die Dateien noch nicht mal brennen kann um sie z.B. im Auto zu hören? Die bei den einschlägigen Seiten angebotenen Stücke sind hier überhaupt nicht eingeschränkt und kosten mich zu dem gar nicht.
Dann gibt es auch Dienste wie z.B. Napster die eine Musikflatrate anbieten. Im Grunde eine tolle Sache, wenn da nicht das Problem wäre, dass ich die gekaufte Musik nur so lange hören darf wie ich bei Napster die Flat abonniert habe. Das sind einfach Bedingungen die ich als Kunde einfach nicht akzeptieren kann bzw will.

Natürlich kann man jetzt sagen: “Die Fans kaufen vielleicht die Alben, aber die breite Masse nicht. Die läd es einfach runter.” Das kann gut sein. Das will ich nicht bestreiten aber aus meiner Sicht kommen hier die alternativen Modelle zum tragen. Ich sag nur “Pay what you like”… Sehr erfolgreiches Model. Wers kostenlos haben will zahlt nichts. Wer die Band unterstützen will zahlt 20€. Gleicht sich dann im großen und ganzen im Grunde alles von selbst aus. Das sind vorallem auch Modelle die, wie ich oben schon geschrieben habe komplett ohne die Industrie auskommen. So wie auch die Konzerte: Ich wundere mich jedenfalls nicht mehr bei Preisen zwischen 50€ und 80€ für eine Konzertkarte. Stellt euch mal 50.000 Menschen z.B. in einem Stadion vor, die alle z.B. 60€ für eine Karte bezahlt haben. Das sind 3.000.000€ AN EINEM ABEND!! Sowas bringt ja viel mehr als die 12€ für ein Album, an dem die Künstler selbst auch vielleicht nur 5€ verdienen, wenns hoch kommt. Der Rest geht ja an den Konzern, an die CD-Presse und ins Marketing.
Gut die 3.000.000 wandern ja auch nicht komplett in die Kasse der Band. Die Crew, das Catering und das ganze Equipment wollen ja auch bezahlt werden. Dennoch bleibt mehr hängen als von den CD-Verkäufen. Und alles schön an der Industrie vorbei.

Lange Rede, Kurzer Sinn:
Gute Filme und gute Alben werden nach wie vor von den Fans gekauft. Das sind Trophäen die in den Schrank gestellt werden (so ist es bei mir und all meinen Bekannten). Das freie Internet bietet den Künstlern zu dem Verbreitungs- und Marketingmöglichkeiten die einen Musik-Konzern überflüssig machen. Und aus diesem Grund will uns die “Content-Industrie” wieder in die alten, gewohnten Bahnen lenken um nicht überflüssig zu werden.


Incoming search terms:

  • facebook chronik
  • napster probleme hängt sich auf 2012
  • Löschung von MegaUpload wirklich sopa?
  • megaupload
  • timline verschönern
Categories: Allgemein

One Response so far.

  1. Tummy Tuck Cost…

    [...]these are several hyper-links to webpages we connect to for the fact we think there’re worth visiting[...]…

Leave a Reply


 

Twitter updates